Wenn Ihre iOS-App Nutzer in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen oder Rumänien hat, ersetzt iOS 27.2 den bisherigen App-Tracking-Transparency-Hinweis (ATT) durch einen neuen ganzseitigen Dialog. Die deutsche Frist für Apple endet Mitte Dezember 2026. Prüfen Sie bis dahin zwei Dinge: Ihre Consent-Management-Plattform (CMP) läuft vor dem ATT-Dialog, und Ihr ATT-Zwecktext verweist auf die Auswahl, die der Nutzer dort bereits getroffen hat.
Neuer Apple-ATT-Dialog in der EU mit iOS 27.2, angezeigt nach der CMP
Wettbewerbsbehörden in mehreren EU-Ländern kamen zu dem Ergebnis, dass ATT für Apps von Drittanbietern strengere Maßstäbe anlegte als für Apples eigene Werbung. Das Bundeskartellamt hat Apples Verpflichtungszusagen mit Entscheidung vom 13. August 2026 für verbindlich erklärt, nach Beschwerden von Branchenverbänden wie BVDW, BDZV und ZAW. Apple hat ab förmlicher Zustellung dieser Entscheidung vier Monate Zeit für die Umsetzung. Die deutsche Frist kann also nicht vor dem 13. Dezember 2026 enden. Die polnische Behörde UOKiK erließ am 19. Oktober 2026 eine ähnliche Entscheidung mit zwei Monaten Umsetzungsfrist. Frankreich und Italien haben 2025 Bußgelder gegen Apple wegen ATT verhängt, in Rumänien läuft ein Verfahren.
Am 16. September 2026 kündigte Apple den neuen Dialog für iOS 27.2 an. Laut Apple ist „aufgrund rechtlicher Anforderungen“ für Apps, die in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Rumänien vertrieben werden, nur die neue Version verfügbar. Im übrigen EU-Raum können Apps sie wahlweise nutzen. Außerhalb der EU ändert sich nichts.
Der neue Dialog erscheint, wenn sich das Gerät in einem dieser Länder befindet und die Region des Apple Accounts des Nutzers in der EU liegt. In den fünf Ländern zeigt iOS ihn auch dann, wenn Ihre App noch die alte API aufruft. Die Frage ist also nicht, ob Ihre Nutzer ihn sehen, sondern ob Ihr Ablauf und Ihre Texte dazu noch passen.
Der Dialog ist ein ganzseitiges Sheet. In den fünf Ländern erscheint er immer in dieser Form. Im übrigen EU-Raum aktivieren Apps ihn über die neue Methode requestTrackingAuthorization(usingExpandedInterface:additionalInformationAction:completionHandler:).
Die Schaltflächen heißen jetzt Erlauben und Ablehnen statt Erlauben und App bitten, kein Tracking durchzuführen. Apple hat das Warnsymbol und das Wort „Tracking“ aus dem eigenen Text gestrichen, und der Schalter in den Einstellungen heißt jetzt „Allow Apps to Request to Link Your Activity Across Companies“ (Apps erlauben, das Verknüpfen Ihrer Aktivitäten über Unternehmen hinweg anzufragen).
Der Zwecktext unterstützt Markdown: Fettdruck, Kursivschrift, Aufzählungen und Absätze. Er gehört in den neuen Schlüssel NSUserTrackingMarkdownUsageDescription in der Info.plist. Fehlt er, verwendet iOS Ihren bisherigen Text aus NSUserTrackingUsageDescription.
Eine optionale Schaltfläche für weitere Informationen öffnet einen Bildschirm, den Ihre App steuert, etwa die detaillierten Einstellungen Ihrer CMP. Ein Tippen darauf schließt den Dialog ohne Antwort: Der Completion Handler liefert notDetermined, und die App muss den Dialog erneut anzeigen. Halten Sie diese Fälle getrennt, wenn Sie Opt-in-Raten messen.
Apps dürfen ein Jahr nach der letzten Antwort des Nutzers erneut fragen, in jedem EU-Land und unabhängig davon, ob der Nutzer erlaubt oder abgelehnt hat. iOS speichert das Datum und erzwingt den Abstand. Hat der Nutzer Tracking-Anfragen in den Einstellungen deaktiviert, kann die App nicht fragen.
Die Entscheidung des Bundeskartellamts beschreibt drei Varianten.
ATT allein ersetzt die CMP nicht. Ein Erlauben in ATT ist keine Einwilligung im Sinne der DSGVO und erzeugt keinen TCF-Consent-String. Vendoren, die den String auslesen, erhalten also kein Signal.
Stimmt der Nutzer in der CMP zu, lehnt ATT aber ab, lesen Sie die IDFA nicht aus und verknüpfen Sie seine Aktivitäten nicht mit Daten anderer Unternehmen. Verarbeitungen, in die er eingewilligt hat und die kein App-übergreifendes Tracking brauchen, etwa kontextuelle Werbung, dürfen Sie weiter durchführen.
Apple verlangt, dass der Zwecktext die wichtigsten Informationen darüber enthält, wie Sie die Daten nutzen. Mit Markdown und einer ganzen Seite kann er erklären, wo ATT nach der CMP einzuordnen ist:
Sie haben Ihre Datenschutzeinstellungen für diese App bereits festgelegt.
iOS fragt zusätzlich separat, ob wir die Werbe-ID Ihres Geräts verwenden dürfen.
- **Erlauben**: Wir verwenden sie, um relevantere Werbung zu zeigen und deren Wirkung zu messen.
- **Ablehnen**: Wir behalten Ihre bisherige Auswahl bei und verwenden die ID nicht.
Den Link zu Ihrer Datenschutzerklärung und zu den detaillierten Einstellungen legen Sie hinter die Schaltfläche für weitere Informationen, nicht in den Zwecktext.
Die jährliche erneute Abfrage ist erlaubt, nicht vorgeschrieben. Die deutschen Verpflichtungszusagen beschreiben sie für Nutzer, die bereits über die CMP des Publishers eingewilligt haben. Das passt zum oben beschriebenen Ablauf: Wenn Ihre CMP erneut fragt, etwa nach einer Änderung Ihrer Vendor-Liste oder Ihrer Datennutzung, fragen Sie nur dann nach ATT, wenn der Nutzer einem relevanten Zweck zugestimmt hat.
Das UniConsent Mobile SDK für iOS, Android, Flutter und React Native zeigt zuerst die CMP, speichert den DSGVO-Einwilligungsnachweis und koordiniert die ATT-Anfrage. Es liefert Einwilligungsstatus und ATT-Status als getrennte Werte, sodass Sie jedes Werbe- oder Mess-SDK danach starten können, was der Nutzer erlaubt hat. Die Anleitung für iOS mit ATT zeigt die Einrichtung Schritt für Schritt.
Starten Sie eine kostenlose Testphase und richten Sie Ihre mobile CMP ein. Hintergrund zur Einwilligung in Apps finden Sie unter Consent Management für mobile Apps.
Die deutsche Frist für Apple beträgt vier Monate ab förmlicher Zustellung der Entscheidung vom 13. August 2026, endet also frühestens am 13. Dezember 2026. Die polnische Entscheidung gibt zwei Monate ab ihrer Rechtskraft. Der neue Dialog kommt mit iOS 27.2. Testen Sie Ihren Ablauf deshalb vor Dezember auf iOS 27.2.
Teilweise. Im übrigen EU-Raum ist der neue Dialog optional, die Regel zur jährlichen erneuten Abfrage gilt aber EU-weit. Außerhalb der EU funktioniert der ATT-Dialog wie bisher.
Nein. Ihre TCF-Zwecke, Ihre Vendor-Liste und Ihr Consent-String bleiben gleich. Die Änderungen betreffen die App: wann sie ATT aufruft und was der Dialog sagt.
Lesen Sie die IDFA nicht aus und verknüpfen Sie seine Aktivitäten nicht mit Daten anderer Unternehmen. Beachten Sie die Einwilligung aus der CMP weiterhin für Verarbeitungen, die kein App-übergreifendes Tracking brauchen, und nutzen Sie kontextuelle Signale dort, wo Sie sonst die IDFA verwendet hätten.
Apple erlaubt getrennte Dialoge, aber ATT zuerst zu zeigen, führt zu zwei Problemen. Ein Erlauben in ATT ist keine Einwilligung im Sinne der DSGVO und erzeugt keinen TCF-Consent-String. Außerdem darf der ATT-Dialog laut Apple Nutzern nicht angezeigt werden, die in Ihrem Einwilligungsdialog alle relevanten Optionen abgelehnt haben. Das wissen Sie erst, wenn die CMP gelaufen ist.
In der EU darf eine App den ATT-Dialog ein Jahr nach der letzten Antwort des Nutzers erneut zeigen, unabhängig davon, ob er erlaubt oder abgelehnt hat. iOS erzwingt den Abstand von einem Jahr. Nutzer, die Tracking-Anfragen in den Einstellungen deaktiviert haben, werden nicht erneut gefragt.
UniConsent ist die Consent-Management-Plattform von Transfon. Sie hilft Publishern und Unternehmen, DSGVO, UK GDPR und weltweite Datenschutzvorgaben einzuhalten, bei zig Millionen Nutzersitzungen pro Tag. Bei Fragen zur Einwilligung in mobilen Apps oder zu ATT schreiben Sie an hello@uniconsent.com.
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Neuer Apple-ATT-Dialog in der EU mit iOS 27.2: So ordnen Sie CMP und ATT bis Dezember

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